Kunden

In diesem Bereich stellen wir Kunden unseres Unternehmens vor - Menschen, die von uns mit unterschiedlichen Hilfsmitteln versorgt wurden.

Frederic Dacqmine
Oberschenkel-amputiert seit März 2005

Frederic Dacqmine (Foto: Tom Maelsa)

Foto: Tom Maelsa / VBG

EproTec: Herr Dacqmine, nach ihrem Unfall im März 2005 arbeiten Sie mittlerweile wieder als Vice President der Mega GmbH. Haben Sie geglaubt, dass Sie wieder in ihren alten Beruf zurückkehren könnten?

Dacqmine: Geglaubt habe ich es bestimmt, gewusst nicht. Aber ich habe immer an mich geglaubt, wollte so schnell wie möglich wieder zurück und normal leben. Und die Rückkehr an den alten Arbeitsplatz geschah ja nicht plötzlich, sondern schrittweise seit 2006 über das Hamburger Modell.

Welchen Stellenwert hat die EproTec als Partner ihrer Rehabilitation dabei für Sie?

Na ja, versuchen Sie mal, sich in meine Lage damals zu versetzen. Da passiert Ihnen solch ein Unfall, Sie wachen im Krankenhaus auf und stellen fest, dass Sie sich noch nie in ihrem Leben mit Prothesen auseinander gesetzt haben. Und dann wird mit einem Mal Ihre Versorgung geplant. Ich habe mich in dieser Situation ausgeliefert gefühlt. Was Sie in dieser Situation brauchen, ist ein Techniker, der kompetent und fachlich versiert ist. Jemanden, dem Sie vertrauen und dem Sie zutrauen, Sie bestmöglich zu versorgen. Genau dieses Gefühl hat mir die EproTec gegeben.

Im Laufe der Rehabilitation wird aber auch deutlich, dass der Erfolg nicht nur von einem Partner abhängt. Es ist das Netzwerk aus Orthopädietechnikern, Physiotherapeuten, Ärzten und Reha-Managern der BG, das mich gestützt und gefördert hat. In solch einem Netzwerk sind alle Partner gleich wichtig, es funktioniert nur, wenn alle Partner gemeinsam an der Versorgung arbeiten.

Sie laufen einen M.A.S.-Schaft mit C-Leg. Sind Sie damit aus Ihrer Sicht - dem Anspruch der BG folgend - mit allen geeigneten Mitteln versorgt worden?

In jedem Fall. Mit dem M.A.S.-Schaft komme ich sehr gut zurecht, vor allem, weil ich mich damit sehr beweglich und frei fühle. Dieses System unterstützt mich in meiner Mobilität, wobei mir das C-Leg beim Laufen die nötige Sicherheit gibt. Wenn ich auf meine Wechselversorgung mit einer Mauch-Hydraulik umsteige, spüre ich die Vorteile des C-Legs sehr schnell.

Wir hatten vorhin über die Frage gesprochen, welchen Stellenwert die EproTec für Sie in der Versorgung hatte. Wurde der anfängliche „Vertrauensvorschuss“ erfüllt?

Ganz bestimmt. Ich bin mit meiner Versorgung bis heute zufrieden und fühle mich - das hatte ich vorhin bereits gesagt - sehr gut versorgt. Die EproTec hat mich bei meinen ersten Schritten begleitet und war dabei, als ich richtig zu Laufen begann. Ohne die technische Begleitung hätte ich es bis hierher nicht geschafft.

Und wie geht es weiter?

In jedem Falle aufwärts! Ich laufe gut und komme mit der Versorgung sehr gut zurecht. Aber ich habe nicht das Gefühl, meine eigenen Grenzen bereits ausgetestet zu haben. Da ist noch viel mehr drin an Aktivität und Mobilität. In den nächsten Jahren werde ich weiter in meinem Beruf arbeiten, aber nicht mehr in dem Umfang wie vor dem Unfall.

Ich will mehr Zeit für mich selber haben, um einerseits meine Grenzen zu suchen und andererseits die Erfahrungen und Erfolge der letzten Monate zu verarbeiten, sie an andere Menschen weiterzugeben. Genau da sehe ich noch Nachholbedarf in unserer Gesellschaft: Bei den Betroffenen, sich als Behinderte zu akzeptieren und zu lernen, das Leben neu zu meistern. Und bei der Gestaltung des Miteinanders zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen.

Herzlichen Dank für die offenen Worte. Für Ihren Erfolg wünschen wir Ihnen alles Gute.

Das Gespräch führte Chr. Wüstling im Mai 2007.

Peter Lüder
Oberschenkel-Amputiert seit Februar 2007

Frederic Dacqmine (Foto: Tom Maelsa)

Foto: EproTec

EproTec: Herr Lüder, seit Ihrem Autounfall sind Sie amputiert. Können Sie schildern, wie es Ihnen in den ersten Tage nach dem Unfall ging?

Lüder: Zunächst mal war ich im Krankenhaus, wo ich auf der Intensivstation versorgt wurde. Da rauscht natürlich vieles an einem vorbei. Das war auch der Zeitpunkt, wo mir von einer Schwester erstmals gesagt wurde, dass ich eine Prothese bekommen würde. Das habe ich zwar gehört, aber lange überhaupt nicht verstanden. Da liegen Sie im Bett und dann wird Ihnen gesagt: "Sie bekommen eine Prothese - das wird alles wieder". Das muss man erst mal realisieren. Am Anfang war es schwer. Man schwankt da sehr. Es gibt Tage, da glaubt man fest, dass alles wieder gut wird und dann gibt es natürlich auch Tage, wo man glaubt, dass es nie mehr was werden kann.

Wie ging es dann mit Ihrer Versorgung weiter?

Nach der Amputation bin ich zur weiteren Behandlung ins ukb verlegt worden, wo ich erstmals mit einem Techniker der EproTec gesprochen habe. Seit Ende Juni sind die Knochenbrüche soweit verheilt, dass mit der Interimsversorgung begonnen werden konnte.

Wie und womit werden Sie versorgt?

Ich habe zunächst eine Prothese mit querovalem Schaft bekommen, die an sich gut gesessen hat. Nur bin ich mit dem Tuberaufsitz nicht zurecht gekommen, das Laufen über längere Zeit und Strecken fiel mir sehr schwer.

Seit Ende Juli, also einem Monat, habe ich nun einen M.A.S.-Schaft, mit dem ich deutlich besser zurecht komme. Die Anpassung war recht aufwendig. Aber das hatte mir mein EproTec-Techniker schon angekündigt. Und ich hatte gleich viel mehr Bewegungsfreiheit. Jetzt nach einem guten Monat ist er schon gut angepasst. Ich kann mittlerweile auch wieder Rad fahren, bin jetzt im Urlaub durchaus mobil und gehe mit dem Hund spazieren.

Haben Sie sich an der Planung der Versorgung beteiligt?

Am Anfang gar nicht. Ich habe mich ja nie mit Prothesen beschäftigt. Da war ich froh, dass die Planung von anderen gemacht wurde. Als dann die Probleme mit dem querovalen Schaft auftraten, ist mir der M.A.S.-Schaft als eine Alternative angeboten worden. Dem habe ich zugestimmt - und die versprochenen Vorteile sind auch eingetreten.

Überhaupt fühle ich mich von meinem Techniker sehr gut betreut. Er ist in der Betreuung sehr aktiv und kümmert sich gut um mich. Und wenn etwas ist, dann ist er da und macht kurzfristig Termine - so wie heute. Das fiel mir übrigens auch in der Gangschule des ukb auf. Die Stimmung in der Gangschule war sehr gut, es herrschte immer eine gute und angenehme Stimmung. Ich habe hier häufig gespürt, dass die Leute wirklich Spaß an ihrer Arbeit haben.

Und wie geht es weiter?

Beruflich werde ich weiter als Theaterregisseur arbeiten - natürlich mit gewissen Einschränkungen. Ich werde den Schauspielern nicht mehr so viel vorspielen können. Aber darüber sind die wahrscheinlich sogar froh. Ich denke, ich werde bald wieder einsteigen. Die nächste Inszenierung ist jedenfalls schon im Gespräch.

Dann wünschen wir Ihnen natürlich alles Gute für die Zukunft an den Brettern, die die Welt bedeuten!

Das Gespräch führte Chr. Wüstling im August 2007.