Venen

Grundlegende Informationen

Das Herz eines erwachsenen Menschen pumpt durchschnittlich fünf Liter Blut pro Minute durch den Köper. Das Blut versorgt alle Körperteile mit lebenswichtigen Nährstoffen.

Das Blutgefäß-System besteht aus Arterien, Venen, Kapillaren und Lymphgefäßen. Über die große Körperschlagader, Adern und feine Haargefäße (Kapillaren) erreicht sauerstoffreiches Blut alle Organe und versorgt das Gewebe mit Nährstoffen. Die Venen leiten das verbrauchte, sauerstoffarme Blut aus allen Regionen unseres Körpers zurück zur rechten Herzkammer. Dabei haben vor allem die Beinvenen Schwerstarbeit zu leisten: Sie führen das Blut von der tiefsten Stelle des Körpers entgegen der Schwerkraft zurück.

Über die Schlagadern (rot) wird das Blut bis zum großen Zeh gepumpt. 90% des Bluts fließen durch die Venen (blau) zum Herzen zurück. Die restlichen 10% werden von den Haargefäßen als klare Flüssigkeit abgegeben, die als Lymphe (gelb) bezeichnet wird.

Durch die Venen müssen täglich rund 7000 Liter Blut gepumpt werden! Die wichtigste Funktion beim Blutrücktransport hat die sogenannte Muskel-Venen-Pumpe der Beinmuskulatur. Die Wadenmuskelpumpe ist so wichtig, dass sie auch ab und zu das „zweite Herz“ genannt wird. Durch die Bewegung des Beins werden die Muskeln angespannt, der Wadenmuskel drückt die Venenwände zusammen.

Die Wadenpumpe: Warum wir zwei Herzen haben

Das venöse Blut strömt entgegen der Schwerkraft nach oben. Wenn dieser Mechanismus beeinträchtigt ist, sei es durch unzureichende Bewegung, sei es durch eine Erkrankung, hat das schlimme Auswirkungen auf den Rücktransport des Bluts: Die Venen können sich nämlich nicht von sich aus zusammenziehen, sondern müssen durch das Muskelkorsett unterstützt werden.

In den Venen befinden sich Venenklappen, die wie Schleusen dafür sorgen, dass das Blut in die richtige Richtung - nämlich zum Herzen hin - fließt. Solange das Blut herzwärts strömt, sind die Klappen geöffnet. Wenn der Venendruck steigt, zum Beispiel beim Aufstehen, schließen sich die Klappen und verhindern damit das Zurücksacken des venösen Bluts.

Die Venen haben neben der Transportfunktion noch eine weitere entscheidende Aufgabe: die Aufbewahrung der Blutreserven. Rund 85 Prozent der gesamten Blutmenge (ca. 6 bis 8 Liter) des menschlichen Körpers befinden sich in den Venen. Deshalb sind die Venenwände elastisch und in der Lage, auch große Blutmengen aufzunehmen. Eine permanente Überbeanspruchung führt jedoch dazu, dass die Venenwände überdehnt werden. Die Folge: es bildet sich ein venöser Blutstau.

Wenn das Blut im Gefäßsystem nicht mehr ungestört fließen kann, bilden sich Ablagerungen an der Gefäßwand, wodurch die Gefäßöffnungen verengt oder sogar ganz verschlossen werden (Trombose). Die Blutversorgung von Gewebe und Organen funktioniert nicht mehr optimal. Dies kann im schlimmsten Fall zu offenen Beinen (Ulcus cruris venosum) führen. Bei Nichtbehandlung können schwerste Folgeschäden entstehen.

Erste Anzeichen einer Venenschwäche

Die ersten Anzeichen:

  • Schwere, müde oder geschwollene Beine
  • Hitzegefühl in den Beinen
  • Kribbeln, Krämpfe oder Spannungsgefühl
  • Ziehender oder stechender Wadenschmerz
  • Schwellungen in der Knöchelregion Besenreiser

Wer eines oder mehrere dieser Alarmzeichen feststellt, sollte unbedingt den Arzt um Rat fragen!

Risikofaktoren:

  • Vererbte Venenschwäche oder angeborene Venenanomalie
  • Übergewicht
  • Viel Sitzen oder Stehen
  • Nikotin- und Alkoholkonsum
  • Hormonelle Einflüsse (Pille, Schwangerschaft)
  • Schweres Heben und Tragen
  • Beengende Kleidungsstücke

Wie die Kompressionstherapie wirkt

Für ein gesundes Bein bedeutet frühzeitige Kompressionstherapie Entlastung, Erholung und Pflege und damit für Sie nicht zuletzt unbesorgtes Leben, Arbeiten und Reisen. Im Falle eines Venenleidens ist die Kompressionstherapie das „Herzstück“ jeder Behandlung. Eine einmal erweiterte Vene, eine Krampfader, bildet sich nicht mehr zurück und bedarf einer lebenslangen Behandlung.

Durch Druck von außen mittels Kompressionstherapie werden die erweiterten venösen Gefäße verengt, dadurch werden die Venen auf ihren normalen Durchmesser verkleinert und die Venenklappen schließen wieder. Das Blut kann aus dem Bein abfließen Schwellungen und schmerzhafte Stauungen gehen zurück.

Entscheidend für die Wirkung der medizinischen Kompressionsstrümpfe ist konsequentes Tragen und die Passgenauigkeit. Da haben wir es heute wirklich gut: Lange vorbei sind die Zeiten der altmodischen und unbequemen „Gummistrümpfe“. Aktuelle Kompressionsstrümpfe sehen nicht nur schick aus, sie sind auch viel leichter anzuziehen und durch hochwertigen Material-Mix angenehm zu tragen.

Ihr Arzt hat verschiedene Möglichkeiten zu helfen:

Er entscheidet, ob eine Entlastung der Beine durch Kompressionsstrümpfe, eine medikamentöse Behandlung oder chirurgische Maßnahmen eingesetzt werden sollten.